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DCM

Dobermann-Kardiomyopathie

die schlimmste Erbkrankheit bei Dobermännern

Dobermann ,4 Jahre alt ,  gestern noch fit, heute beim Spielen an plötzlichem Herztod verstorben.
Was nach einem bösen Alptraum klingt, ist leider häufig bittere Realität. Der Grund verbirgt sich hinter der so unscheinbar daher kommenden Abkürzung  ,,DCM’’

Die Herzerkrankung betrifft nach neuen Untersuchungen etwa 60% der Dobermänner und führt nach langer symptomloser Phase zum Herzversagen oder zum plötzlichen Herztod. Auch andere Rassen können betroffen sein, wenngleich deutlich seltener.

    Inhalt

    1.  Was ist DCM (Dilatative Cardiomyopathy)?

    2.  Wie verläuft die DCM und ist mein Hund gefährdet?

    3.  Wie kommt es zur DCM beim Hund?

    4.  Was kann ich tun, um die DCM rechtzeitig zu erkennen?

    1. Herzultraschall-Untersuchung
    2. 24-Stunden-EKG (Holter-EKG)
    3. Röntgenbild
    4. Biomarker
    5. Gentest

     

    5.  Wie kann ich meinem an DCM erkrankten Hund helfen?

Was ist DCM (Dilatative Cardiomyopathy)?

Die Abkürzung DCM steht für den englisch-medizinischen Namen der Erkrankung: „Dilatative Cardiomyopathy“, was übersetzt „Erkrankung des Herzmuskels, die mit einer Erweiterung/Vergrößerung des Herzens einhergeht“ bedeutet.

Im Verlauf der Erkrankung verliert der Herzmuskel zunehmend an Leistung und schafft es ab einem gewissen Punkt nicht mehr, den Körper zuverlässig mit Blut zu versorgen. Der Körper versucht, dem dadurch entstehenden Blutdruckabfall durch Verengung der Blutgefäße entgegenzuwirken – was dem Herzen die Pumparbeit wiederum erschwert und so in einem Teufelskreis endet.

Sehr oft kommt es zunehmend zu Rhythmusstörungen, sprich, das Herz hat „Aussetzer“, die im schlimmsten – und beim Dobermann recht häufigen –   Falle zu einem plötzlichen Herztod führen.

Aufgrund der weiten Verbreitung innerhalb der Rasse und durch den besonderen Krankheitsverlauf setzt sich auch die Bezeichnung „Dobermann Kardiomyopathie“ zunehmend   durch. Wie flächendeckend die Rasse tatsächlich mittlerweile von der DCM betroffen ist, zeigt eine Studie aus dem Jahr 2010: Hier konnte gezeigt werden, dass 58,7% der Dobermänner im Laufe des Lebens an dieser Herzschwäche erkranken.

Wie verläuft die DCM und ist mein Hund gefährdet?

Neben dem Dobermann sind auch Hunde anderer Rassen wie , ,  oder  relativ häufig von der DCM betroffen, kleine Hunde erkranken in der Regel nicht.

Allerdings weist der Krankheitsverlauf beim Dobermann eine Besonderheit auf: Während andere Rassen langsam zunehmend auffällige Symptome wie Leistungsschwäche, bläuliche Schleimhäute, Husten, beschleunigte Atmung, Atemnot oder (seltener) Ohnmachtsanfälle zeigen, merkt man betroffenen Dobermännern über einen sehr langen Zeitraum nichts von der DCM an. Das Herz trägt aber – leise und unbemerkt – zunehmend Schäden davon.

Diese Phase der Erkrankung nennt sich passenderweise „okkulte“, sprich „verdeckte“ oder „geheime“ Phase und dauert in der Regel etwa zwei bis drei Jahre. Es sei noch einmal wiederholt: , dass mit dem Hund etwas nicht in Ordnung sein könnte. Allerdings lassen sich durch fachlich korrekte Vorsorgeuntersuchungen, wie zum Beispiel mit Hilfe eines 24-Stunden-EKGs, bereits in dieser Phase auffallende Herzrhythmusstörungen als Vorboten der DCM diagnostizieren. Meist sind es in dieser Phase so genannte ventrikuläre Extrasystolen, die der Kardiologe im 24-Stunden-EKG entdeckt und die den normalen Herzrhythmus stören.

Früh erkannt, kann sich der Krankheitsverlauf in dieser Phase durch gut ausgewählte Medikamente deutlich verzögern lassen.

Nach der okkulten Phase geht die Erkrankung in ein zunehmendes Versagen der linken Herzkammer über. Der geschwächte Herzmuskel verliert langsam die Kraft, das Blut durch den Körperkreislauf zu pumpen und es kommt zu einem „Rückstau“ in die Lunge. Durch den stauungsbedingten Druckanstieg lagert sich Wasser im Lungengewebe an – ein so genanntes Lungenödem entsteht. So erklärt sich das vielleicht auf den Blick seltsame Phänomen, dass ein Hund mit fortgeschrittener Herzerkrankung durch Husten und Atemnot auffällt.

Herzrhythmusstörungen, sogenannte ventrikuläre (= von der Herzkammer ausgehenden) Tachyarrhythmien (= zu schneller Herzrhythmus, Kammerflattern, Kammerflimmern) sind besonders gefährlich. Sie äußern sich oft in plötzlich auftretenden Phasen der Bewusstlosigkeit bzw. Ohnmachtsanfällen (Synkopen), die durch die mangelnde Durchblutung des Gehirns während der Rhythmusstörungen hervorgerufen werden.

Ventrikuläre Tachyarrhythmien verschlechtern die Überlebenschancen für den Hund immens.

90% aller Patienten überleben das erste Jahr nach dem Auftreten der äußerlich sichtbaren Symptome nicht.

 

Wie kommt es zur DCM beim Hund?

Die Krankheit ist genetisch verankert und wird autosomal dominant vererbt. Das bedeutet es handelt sich um einen “Fehler” in der Erbinformation. Bereits wenn eins der Elterntiere diesen Gendefekt in sich tragen oder an DCM erkrankt sind, sind die Nachkommen gefährdet ebenfalls, daran zu erkranken.

Bei der DCM verändern sich die Herzmuskelzellen krankhaft und können ihre Arbeit nicht mehr optimal verrichten. Das hat für das Herz zwei Folgen:

  • Die Impulse, die zum Herzschlag führen, werden nicht mehr weitergeleitet und es kommt zu unregelmäßigen Herzschlag, den so genannten Herzrhythmusstörungen.Diese können zum plötzlichen Herztod führen.
  • Die veränderten Zellen können sich nicht mehr optimal zusammenziehen und das Herz kann das Blut nicht mehr in voller Stärke pumpen. Das Herz vergrößert sich und es kommt zum “Blutstau”, der als erstes in der Lunge Probleme bereitet (s.unten: Lungenödem).

DCM kann sich prinzipiell in jedem Alter ausbilden, aber je älter die Hunde sind, desto häufiger kann eine DCM diagnostiziert werden. Rüden erkranken häufiger und zeigen einen aggressiveren Verlauf der Erkrankung.

Immer wieder liest man in verschiedenen Internet-Foren, dass eine DCM durch Schilddrüsenunterfunktion (Hypothyreose) verursacht wird. Dies ist nicht richtig: Es besteht laut derzeitigen wissenschaftlichen Stands kein Zusammenhang zwischen der DCM und einer Schilddrüsenunterfunktion. Jedoch sollte auch diese für Dobermann häufig anzutreffende Erkrankung mittels eines Bluttests beim Tierarzt abgeklärt werden.

 Neben der genetischen Ursache kann auch (sehr selten!) eine unausgewogene Ernährung eine DCM verursachen. Ursache ist hier ein Mangel an bestimmten lebensnotwendigen Aminosäureverbindungen   „L-Carnitin“ oder „Taurin“, der eine Pumpschwäche der linken Herzkammer auslösen kann, so das Symptome der primären DCM erscheinen.

Taurin stabilisiert den Herzmuskel und sorgt so für einen gleichmäßigen Herzschlag. Außerdem hat es die Wirkung eines Antioxidans. So schützt es auch vor freien Radikalen, die verschieden Stoffwechselvorgänge im Körper beeinflussen und zu Zellschädigungen führen.

L-Carnitin führt die Rolle eines Energieträgers aus und ermöglicht dem Herzen sowie anderen Organen die mit der Nahrung aufgenommenen Fettsäuren als Energie zu verwerten.

Aus diesem Grund ist es wichtig bei jeder Fütterungsart den Hund bedarfsdeckend mit allen notwendigen Stoffen zu versorgen. Durch die optimale Zusammenstellung der Fertigprodukte, die meistens für die Fütterung der Hunde verwendet werden, ist ein solcher Mangel nahezu ausgeschlossen. Bei selbstgekochten oder -zusammengestellten Rationen gilt: Bitte lassen Sie die Futterration Ihres Hundes von einem Fachtierarzt für Tierernährung überprüfen und ggf. an veränderte Bedingungen (Krankheit, Alter, Aktivität…) anpassen.

 

Was kann ich tun, um die DCM rechtzeitig zu erkennen?

In der „okkulten“ symptomlosen Phase kann man meistens keine Diagnose durch das “Abhören” des Herzens beim Haustierarzt feststellen. Später, wenn die Erkrankung fortgeschritten ist, kommt es oft zu Erhöhung der Herzfrequenz (>160-180 Schläge/min) sowie zu Arrhythmien (unregelmäßiger Herzschlag), die man oft bereits durch das Anlegen der bloßen Hand auf das Brustkorb merkt.

Aus diesem Grund ist es besonders wichtig regelmäßig einen Tierarzt, der auf Kardiologie spezialisiert ist, aufzusuchen. Die vollständige Herzuntersuchung sollte  durchgeführt werden. Sie besteht (mindestens) aus einer Ultraschalluntersuchung und einem 24-Stunden-EKG.

 

Herzultraschall-Untersuchung

Die Untersuchung mit Ultraschall ist besonders geeignet, die Veränderungen des Herzmuskels zu beurteilen.   Eine Vergrößerung der linken Herzkammer bei gleichzeitig verschlechternder Pumpkraft ist ein eindeutiges Zeichen für die Diagnose DCM. Außerdem ist diese Untersuchung wichtig um andere möglichen Ursachen, die genauso zu Herzschwäche führen können, auszuschließen.

 

24-Stunden-EKG (Holter-EKG)

Das 24-Stunden-EKG oder auch Holter-EKG genannt, darf bei der guten Untersuchung nicht fehlen. Das EKG wird an den Hund mittels selbstklebender Elektroden und eines kleines Empfangsgerätes angebracht. Diese Untersuchung ist für die Diagnose/Untersuchung einer Dobermann Kardiomyopathie der . Bis zu 50 VES (VES= ventrikuläre Extrasystolen = “Extraschläge” des Herzens) in 24 Stunden werden als normal angesehen. Da diese oft schwer zu „erwischen sind“,  um DCM im frühen Stadium zu diagnostizieren bzw. auszuschließen. Mehr als 100VES in 24-Stunden-EKG und vor allem schnell hintereinander in Paaren oder zu Mehreren (s.g. Doublets, Triplets usw.) auftretende ventrikukäre Extrasystolen weisen beim Dobermann auf DCM hin. Die meisten an einer Dobermann Kardiomyopathie erkrankten Hunde zeigen mehrere Hundert bis mehrere Tausend VES innerhalb von 24 Stunden

 

Röntgenbild

Ein Röntgenbild zeigt im Anfangsstadium selten, dass etwas nicht in Ordnung ist. Erst später, wenn die Krankheit fortgeschritten ist, sieht man eine deutliche Vergrößerung der linken Herzhälfte. Je nach Stadium wird das Röntgenbild außerdem für die Feststellung einer Flüssigkeitsansammlung in der Lunge, das Lungenödem, benutzt. Dieses entsteht, wenn es durch die nachlassende Pumpkraft des Herzens zu einem “Blutstau” kommt. Das Röntgenbild ist entsprechend nicht zur frühzeitigen Diagnostik einer DCM geeignet. Im späteren Verlauf kann es aber ggf. helfen, eine Einschätzung der Prognose und Lebensqualität für den betroffenen Hund zu geben.

 

Biomarker

Wie in der Humanmedizin werden auch in der Veterinärmedizin mittlerweile zu Diagnostik die so genannten Biomarker eingesetzt. Biomarker sind verschiedene Moleküle, die zum Teil spezifisch auf krankhafte Veränderungen im Organismus hinweisen.

Es gibt dabei spezielle Biomarker, die Veränderungen im Herzen anzeigen. Einer davon ist das . Dieses wird bei der Zerstörung der Herzzellen freigesetzt und kann im Blut gemessen werden.

Eine neue Studie beim Dobermann konnte zeigen, dass die cTNI-Werte teilweise schon zu einem Zeitpunkt erhöht waren, als Ultraschall und Holter-EKG noch normal waren, die Hunde aber dann innerhalb von 1.5 Jahren erkrankten.

Neben dem cTNI gibt es den so genannten NT-proBNP Biomarker. Dieser erhöht sich sowohl bei Erkrankungen der Atemwege wie auch bei Herzerkrankungen. Dieser Biomarker ist jedoch deutlich höher, wenn das Herz nicht mehr optimal funktioniert und nicht mehr in der in der Lage ist, den Körper ausreichend mit Blut und Sauerstoff zu versorgen.

Ähnlich wie bei cTNI war NT-proBNP bei einigen Dobermännern bereits früher erhöht als Veränderungen im Ultraschall oder Holter-EKG sichtbar waren. Diese Biomarker Tests können als ergänzende Tests durchgeführt werden, da sie ein Hinweis auf eine beginnende DCM sein könnten. Eine Untersuchung mittels Holter und Ultraschall können sie jedoch nicht ersetzen.

 

Gentest

Aktuell arbeitet die Veterinäruniversität München an einem Gentest, mit dem man die Erkrankung bereits im Welpenalter feststellen können soll. Die Uni bietet im Rahmen des Projekts kostengünstige und z.T. auch kostenlose Herzuntersuchungen an:

http://www.tierkardiologie.lmu.de/besitzer/dobermann_kardiomyopathie_projekt.html

 

Wie kann ich meinem an DCM erkrankten Hund helfen?

Leider ist die DCM nicht heilbar und die therapeutischen Möglichkeiten sind begrenzt, jedoch sehr wirksam. Durch eine richtige Therapie können die Hunde noch oft einige Jahre beschwerdefrei leben und man kann den plötzlichen Herztod hinauszuzögern. Es werden folgende Medikamente abhängig von den Untersuchungsergebnissen einzeln oder in Kombination verschrieben:

  • ACE-Hemmer: Verbessern die Lebensqualität, die Hunde fühlen sich besser und zeigen weniger Erschöpfungssymptome.
  • Pimobendan: Verbessert die Arbeit des Herzmuskels, so dass dieser besser und kräftiger arbeiten kann.
  • Beta-Blocker: Wirken gegen die Herzrhythmusstörungen, die den plötzlichen Herztod verursachen könnten.
  • Bei der Einlagerung der Flüssigkeit in der Lunge (Lungenödem) wird das Medikament Furosemid eingesetzt, das entwässernd wirkt und somit den Husten verringert und das Atmen erleichtert.
  • Die DCM kann sehr kostspielig werden, dies sollte man nicht außer Acht lassen. Medikamente sowie zum Teil monatliche Untersuchungen können sich auf mehrere Hundert Euro im Monat belaufen.

 

Und zuletzt: Falls Sie gerade vor der Entscheidung stehen “Dobermann ja oder nein?” oder die die Frage stellen “Auf was muss ich bei der Züchterauswahl achten?”, möchten wir Ihnen aus eigener Erfahrung einige Eckpunkte an die Hand geben:

Der Dobermann ist eine wundervolle Rasse, die eine  konsequente Hand braucht.

Achten Sie darauf, dass  eine  (nicht älter als 1 Jahr) und vollständige (Ultraschall + 24-Stunden-EKG) haben. Seriöse Züchter untersuchen ihre Hunde jährlich und gehen offen mit dieser Erkrankung um.

Es soll Ihnen bewusst sein, dass der heute noch als gesund eingestufte Hund in zum Beispiel einem Jahr krank sein könnte. Eine Untersuchung ist lediglich eine Momentaufnahme und keine Garantie, dass das Tier oder seine Nachkommen nie erkranken würden.

Auch in Tierheimen findet man oft Dobiwelpen, die sich freuen würden, ein Teil Ihres Lebens zu werden.

Quelle :  vetevo.de

Abschluss 2018 Dobermann Hamburg
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